casavi | Digitale Immobilien Verwaltung ganz einfach

Heute stelle ich euch Oliver Stamm vor, Mitgründer von Casavi, einer Cloud-basierten Kundenservice-Plattform für die Wohnungswirtschaft, die 2015 in München gegründet wurde.

 

Oliver, was können wir uns unter einer Cloud-basierten Kundenservice Plattform für die Wohnungswirtschaft vorstellen, sprich, was macht Casavi?

Casavi ist eine Service Plattform für die Kommunikation und die Produktivitätssteigerung in der Betreuung und Bewirtschaftung von Immobilien. Das heißt, wir bieten Immobilienunternehmen und -verwaltern die Möglichkeit, in die digitale Welt einzusteigen, indem wir ihnen ein angepasstes Kunden (Mieter/Eigentümer) -portal zur Verfügung stellen. Wir richten das Portal gemeinsam mit ihnen ein und sie stellen es ihren Mietern zur Verfügung, um ab dem Zeitpunkt digital mit ihnen zu kommunizieren. Über das Portal können Dokumente wie Verträge und Abrechnungen bereitgestellt, Anfragen bearbeitet und Mitteilungen abgewickelt werden. Gleichzeitig bietet unsere Plattform die Möglichkeit, die Anfragen im Hintergrund für die Verwalter zu strukturieren und Dienstleister in die Prozesse zu integrieren, zum Beispiel bei Schadensmeldungen.

Können die Mieter auch untereinander über das Portal kommunizieren?

Ja, in dem Portal ist die Kommunikation unter den Mietern immer mit inbegriffen. In meinem Haus kann ich ganz unkomplizierter mit meinen Nachbarn Kontakt aufnehmen. Es gibt unter anderem eine Teilbörse, dort kann man hinterlegen, wenn Pakete entgegen genommen wurden, oder anfragen, ob jemand einen Bohrer ausleihen kann.

Kann die Plattform auch über mehrere Wohneinheiten hinweg genutzt werden?

Bisher haben wir es immer in dem Gebäudeumfeld, in der Liegenschaft, weil ich da die persönliche Nähe habe, die eine wichtige Rolle spielt. Zu den Leuten in meinem Gebäude habe ich den persönlichen Bezug, demjenigen würde ich eher etwas leihen als jemandem, der mehrere Strassen entfernt ist. Das ist ja gerade auch das Thema bei der Digitalisierung, ich habe Facebook, Whatsapp, ich kann mit allen Leuten überall auf der Welt so schnell in Kontakt treten, aber die Leute in meiner unmittelbaren Umgebung, zu denen habe ich keinen Kontakt, gerade in Großstädten. Wer kennt schon seine Nachbarn? Durch die Plattform überbrücken wir das automatisch. Veranstaltungen, die darüber vereinbart werden, jemand der einen Tiefgaragen Stellplatz braucht, jemand, der seinen Schlüssel verloren hat und über das Portal wiederfindet, das kann alles darüber abgewickelt werden.

Was hat dich dazu inspiriert, Casavi zu gründen?

Der Auslöser war eigentlich eine persönliche Erfahrung: Mir ist es selbst mal passiert, dass mein Fenster kaputt war und ausgetauscht werden musste. Es hat ewig gedauert, bis das repariert war. Da dachte ich, es muss eine andere Möglichkeit geben, das muss schneller und effizienter gehen. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Hausverwaltung. Gleichzeitig haben wir mit ein paar Leuten immer mal wieder gebrainstormt und gesehen, dass es immer mehr Neubauprojekte gibt, für die Concierge Apps mit verschiedenen Services entwickelt werden. Allerdings ist es mit der reinen App Entwicklung nicht getan, so ein Thema muss ständig weiterentwickelt werden. Wir haben uns gedacht, es braucht im Prinzip eine zentrale Plattform, die jedes Immobilienunternehmen out of the box nutzen kann.

Und wann ist dann die Entscheidung für Casavi gefallen?

Eigentlich habe ich schon im Studium mit dem Gedanken gespielt, zu gründen. Ich habe Medieninformatik studiert, das ist ein sehr praxisnaher Studiengang, mit sehr viel Software Entwicklung, bei dem es immer wieder Themen gibt, bei denen man sich denkt, wenn ich das als Unternehmen machen würde, das könnte funktionieren. Und ich fand es spannend, die ganzen Prozesse rund um die Unternehmensgründung kennenzulernen. Das war 2011. Die Idee zu Casavi kam vor etwa vier Jahren. Da wir zu dem Zeitpunkt schon zwei Jahre Ideenfindung hinter uns hatten,  fiel die Entscheidung dann sehr schnell.

Zwei Jahre Ideenfindung?? Das klingt nach einem ziemlich langen Prozess. 

Ich habe damals ein paar Brainstorming Treffen mit Freunden organisiert, wir haben uns alle zwei Monate auf ein Bier getroffen, um Ideen zu finden. Zunächst viel Bier, wenig Ideen, aber nach und nach kamen immer mehr und sinnvollere Ideen raus. Du denkst viel darüber nach, du wartest immer auf Eingebungen. Klar, manche Gründer haben von vorn herein eine Passion, da ist es von vorn herein klar, aber die anderen, die müssen schon strukturiert nach Ideen suchen.

Strukturiert nach Ideen suchen, das Stichwort bringt mich zu meiner nächsten Frage. Wie würdest du dich persönlich als Typ beschreiben? Und welche Stärken sind aus deiner Sicht wichtig für eine Unternehmensgründung?

Das ist immer schwer, über sich selbst zu sagen. Ich glaube, eine Kombination aus verschiedenen Stärken ist wichtig. Ich würde sagen, das ich grundsätzlich strukturiert bin, ich mag auch gerne Strukturen. Im Informatikstudium habe ich viel Problemlöse-Kompetenz gelernt. In der Unternehmungsberatung ebenfalls. Ich bin sehr Technik affin, kann mich auch schon mal in einem Problem verlieren. Es gibt Leute, die sind strategischer, und andere setzen gerne um. Wenn du selbstständig bist, macht das keiner für dich. Was du nicht selbst machst, wird nicht gemacht. Da musst du dich gut strukturieren. Aber du musst auch Leute haben, mit denen du gut arbeiten kannst. Ich arbeite super gerne mit Leuten zusammen. Und ich experimentiere gerne. Lerne gerne neue Sachen und habe ein gutes Gefühl dafür, in neue Sachen einzusteigen. Das ist glaub ich sehr wichtig.

Hast du es dir am Anfang so vorgestellt, selbstständig zu sein?

Man weiß von Anfang an, dass es hart wird, es wird einem auch gesagt, aber so eine richtige Vorstellung hat man nicht. Du weißt, du musst dich um alles selbst kümmern, aber was es bedeutet, weißt du nicht. Und du hast immer wieder neue Herausforderungen. Das ist wahrscheinlich wie mit dem Kinder kriegen. Du weißt erst, wie es ist, wenn du selber welche hast.

Was hat sich seit der Gründung für dich geändert?

Alles. Mein ganzes Leben sozusagen. Gerade am Anfang muss man natürlich auch finanziell viel zurück stecken. Du hast super viel zu tun, dein Alltag ändert sich komplett, du bist viel unterwegs, musst flexibel sein. Mit Mitarbeitern ändert sich wieder vieles, entwickelt sich automatisch weiter. Du musst Aufgaben abgeben, es gibt neue Verantwortlichkeiten, es ändert sich ständig vieles, auch von dem, wie du dein Leben führst. Und du lernst einfach so wahnsinnig viel.

Wie sieht ein typischer Tag für dich aus?

Typischer Tag? Schwer zu sagen, weil jeder Tag sehr unterschiedlich ist. Ich mache bei uns die Kundenbetreuung, Produktmanagement und Projektsteuerung, das hat gewisse Regelabläufe, aber gerade im Startup kommt viel dazu. Montags haben wir unseren internen Tag, da haben wir nur Jour Fixe und interne Termine, wir diskutieren über Themen, die angefallen sind. Meist bin ich zwischen 8:30 und 9 Uhr hier, ab dann ist es immer unterschiedlich. Vormittags Termine, Kundentelefonate, Abstimmung, Verträge, Veranstaltungen, ich bin oft unterwegs. Im Büro bin ich meist bis 20 Uhr. Abends mache ich Sport, treffe Freunde, arbeite dann abends noch bisschen. Sachen, zu denen ich während dem Tag nicht gekommen bin.

Was macht dir am meisten Spaß?

Mich freut es am meisten, wenn unsere Kunden zufrieden sind, wenn unsere Bemühungen Früchte tragen. Wenn wir unseren Kunden weiterhelfen können. Mit Mitarbeitern und Partnern zu diskutieren, Ideen zu entwicklen und Leuten weiterzuhelfen.  Wenig Spass macht mir, negative Botschaften zu verbringen, was aber ein sehr essentieller Bestandteil ist, den die Verantwortung mit sich bringt. Aber daraus lernen wir natürlich, was wir in Zukunft besser machen können. Und als Selbständiger hat man es immer selbst in der Hand, auch solche Situationen gut zu gestalten und das ist wiederum sehr positiv.

Was war bisher deine größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung war, Geld mit unserer Idee machen zu können. Die Frage, wie kann ich das Konzept monetarisieren? Wir kommen nicht aus der Branche, und aus so einem Thema am Ende Geld zu machen, das ist schon eine Herausforderung. Und auch Investoren davon zu überzeugen, das war schon nicht ohne. Wir haben uns immer wieder neu überlegen müssen, wie kann das funktionieren. Das war schon eine ziemliche Herausforderung.

Was war bisher die beste Entscheidung in deiner beruflichen Laufbahn?

Das ist einfach. Ich kann jedem, der den Willen hat, zu gründen, nur raten, es zu machen; der die passende Idee hat, und der Lust hat, die Entwicklung selbst zu bestimmen, der sollte es einfach machen. Allerdings muss man auch wissen, dass es sehr fordernd ist. Von aussen sieht es manchmal blumig aus, aber es ist hart, und man muss sich sicher sein, dass man es auch durchziehen will. Und man muss viele Dinge hinten anstellen, dessen muss man sich bewusst sein. Auch wenn man negatives Feedback bekommt, darf man sich davon nicht abbringen lassen, man muss voll und ganz dahinter stehen.

Hast du schon ein neues Projekt in Aussicht?

Nein, dafür ist das alles noch viel zu sehr am wachsen, wir haben jetzt gerade unser neues Büro bezogen und es macht auch viel zu viel Spaß, sich jetzt erstmal hier zu verwirklichen. Man bekommt zwar durch den vielen Input immer wieder viele neue Ideen, aber dafür hätte ich momentan nicht die Zeit.

Aus deiner bisherigen Erfahrung mit Unternehmensgründung heraus, was wäre eine Sache, die du gerne ändern würdest?

In Bezug auf Gründung und Startups würde ich mir bessere Unterstützung wünschen, ehrliches Feedback, konkrete und vollständige Infos, was brauche ich eigentlich dafür, um ein Unternehmen zu gründen? Das Thema ist zwar schon im Fokus, aber momentan sind Gründern noch viele Steine in den Weg gelegt. Da kann man sicher noch viel ändern in Deutschland.

Oliver, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit Casavi. 

Weitere Infos zu casavi findet ihr hier: https://casavi.de

 

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