B.GOOD | Frisch, nachhaltig und neu in Haidhausen

Seit Ende Juni ist München mit dem B.GOOD am Pariser Platz in Haidhausen um eine Burger, Bowls und Salate Hotspot reicher. Alexander Krämer hat das Projekt von Anfang an als Bauprojektleiter begleitet. Alex und B.GOOD stelle ich euch heute vor.

Alex, was bist du für ein Typ, wie können wir uns Dich vorstellen und wie kamst Du zu Deinem aktuellen Job?

Bevor ich angefangen habe, für B.GOOD zu arbeiten, habe ich vier Jahre lang bei einem Baukonzern als Bauingenieur gearbeitet. Während der Zeit habe ich gemerkt, dass ich an sehr vielen Dingen des Alltags Interesse habe, also ein sehr neugieriger Bauingenieur bin, wenn man das so sagen kann. Als dann die Anfrage von B.GOOD vor etwas über einem Jahr kam, dachte ich mir, “komm, das machst du jetzt einfach”. Auf der einen Seite war da natürlich die Sicherheit der Konzernlandschaft, auf der anderen die Neugier auf etwas Neues, die letztlich überwogen hat, ohne dass ich genau wusste, was mich erwartet. Ich wusste, es geht grob um Gastronomie und um die Expansion von Systemgastronomischen Konzepten. Mir war zu dem Zeitpunkt aber nicht genau bewusst, was meine Rolle dort sein wird. Die Rolle hieß “Construction und Development Lead”, in die ich mich in dem Jahr aber auch erst wirklich reingefunden habe, bzw. die sich immer mehr spezifiziert hat. Seither bin ich für alle Konzepte, die wir im systemgastronomischen Bereich haben, für die bauliche Entwicklung und die Location Bewertung zuständig.

Wie würdest Du das Konzept von B.GOOD beschreiben? 

B.GOOD steht für nachhaltige und frische Küche, gut essen und sich gut fühlen – der Name ist Programm. So werden zum Beispiel keinerlei Konservierungsstoffe verwendet. Das Besondere an dem Konzept ist die offene Küche – die Gerichte werden vor den Augen des Kunden zubereitet und er kann sehen, wie sein Essen zubereitet wird.

Woher kommt das Konzept ursprünglich?

Das Konzept kommt ursprünglich aus den USA, aus Boston. Es wurde vor 14 Jahren von zwei jungen Typen gegründet, die die gesunde Küche ihres Onkels geliebt haben und selbst gesunde Küche mit Produkten frisch vom Feld anbieten wollten. Daher auch der Slogan “Food with Roots”. Dazu passen auch die vielen Bilder im Restaurant mit Bauern und ihren Feldern. Auf einem der Bilder ist auch Antony, einer der Gründer, zu sehen. Damit soll die Geschichte von B.GOOD transportiert werden. Inzwischen gibt es 70 Restaurants in USA und Canada.

Wie viele B.GOODs gibt es bisher in Deutschland, bzw, in Europa?

Wir haben aktuell zwei laufende B.GOODs in Deutschland. Der erste wurde letztes Jahr in Nürnberg eröffnet, der zweite jetzt hier in München. Zwei weitere werden dieses Jahr noch folgen, in Ingolstadt und Rosenheim, das heißt, wir werden bis Ende des Jahres vier Läden in Deutschland haben. In der Schweiz haben wir aktuell fünf B.GOODs, drei in Zürich und zwei in Basel. Parallel wird aktuell der Rollout in Frankreich voran getrieben.

Welche Zielgruppe sprecht ihr mit dem Konzept an?

Wir sprechen mit B.GOOD eigentlich eine recht hohe Bandbreite an Kunden an. Sie reicht von Kindern, die sich eine Tüte Pommes bestellen, über Senioren, die Wert auf gesundes Essen legen, bis hin zu Müttern mit Kleinkindern, bei denen die Kinder mit in der Bowl stochern. Das ist genau das, was wir mit der Kombination aus Küche und Design erreichen wollten, dass man sich ein bisschen wie auf dem Land fühlt, dass jeder sich hier wohl fühlt. Dafür verwenden wir viel erdige Töne, viel Holz, beige Wandfarbe, warme Töne an der Decke um diesen Spagat zu schaffen zwischen gesunder, nachhaltiger Küche und ansprechendem Raumdesign.

Was war dir bei dem B.GOOD Raumkonzept besonders wichtig?

Das Spezielle an dem Objekt am Pariser Platz in München ist, dass es lange ein McDonalds war und wir den McDonalds so, wie er war, übernommen haben. McDonalds hat über 45 Jahre zugebaut, das heißt, der Raum wurde über die Zeit immer kleiner. Erst als wir abgerissen hatten, konnten wir wirklich mit der Raumplanung beginnen. Das wichtigste an dem Konzept war, dass man den von McDonalds bekannten Flow beibehält, dass der Kunde gleich weiß, wo der Counter ist, wo er bestellen kann. Gleichzeitig war uns wichtig, möglichst viel Licht in den Laden zu bekommen, gerade auch in den Rückbereich. Wir haben dafür die großen Scheiben, das Eingangselement mit der Tür und den Fenstern komplett ersetzt, um mehr Freundlichkeit und Helligkeit zu schaffen. Auch den Raumtrenner haben wir offen gestaltet, damit auch die Gäste im Lounge Bereich sehen können, was vorne passiert. Zusätzlich haben wir einen Lichtdesigner engagiert, der dafür gesorgt hat, dass jeder Platz zu jeder Tageszeit gut ausgeleuchtet ist.

Was ist aus Deiner Sicht das Entscheidende für die erfolgreiche Umsetzung eines solchen Konzepts?

Für ein Konzept, das neu auf dem Markt ist, ist eine sehr exponierte Lage mit viel Publikumsverkehr extrem wichtig. Das haben wir in der Schweiz beobachtet, dort haben wir vier Restaurants in sehr guter Lage und eins in eher schlechterer Lage. Man kann den Umsatz 1:1 in Relation zur Lage setzen. Gerade bei einem Restaurant, das mitunter von Leuten lebt, die nicht direkt rein gehen, aber ihren Freunden davon erzählen, wo man also viel mehr Mund zu Mund Propaganda hat als bei einem Laden im Rückbereich, ist die gute Lage ein wichtiger Erfolgsfaktor. Wir setzen daher strategisch momentan noch auf extrem frequentierte Lagen und machen auch immer Frequenz Zählungen, bevor wir einen Laden anmieten. Die Zahlen vergleichen wir dann mit laufenden Läden.

Neben der Lage ist es, wenn der Laden fertig ist, in der heutigen Zeit das Marketing, das einen entscheidenden Unterschied macht. Das läuft alles über Instagram, Facebook, wir haben hier auch ein Blogger Event gemacht zu den Eröffnungen, weil die Reichweite über Blogger einfach so enorm hoch ist und die Frequenz und den Publikumsverkehr nochmal so exponentiell multipliziert, dass die Marketing Strategie das Instrument Nummer eins ist neben der Lage.

Wenn das Restaurant mal läuft, braucht man einfach wirklich gutes Personal, das das Konzept versteht, lebt und sich mit der Marke identifiziert. Das stolz darauf ist, bei B.GOOD zu arbeiten und Freunden davon erzählt. Wenn man das als Mitarbeiter spürt, egal in welcher Branche, dann ist man richtig an seinem Platz. Gutes Personal in der Gastronomie zu finden, ist wahnsinnig schwierig, weil der Job extrem hart ist. Wenn die Türen geschlossen werden, geht das Aufräumen noch ein, zwei Stunden weiter.

Ich glaube, das sind so die drei Faktoren, die den Erfolg eines Konzepts ausmachen: Lage, Marketing und Personal. In der Gastronomie muss alles das und noch mehr zusammen kommen, damit es funktioniert.

Wie hat sich dein persönlicher Alltag im letzten Jahr durch B.GOOD verändert?

Man bekommt dadurch, dass man auch nach der Eröffnung noch mit den Restaurant zu tun hat, viel mit den Menschen in Kontakt und sieht, was in der Gastronomie für eine Arbeit steckt. Die Leute auf der anderen Seite der Theke müssen wahnsinnig viel geben, damit es funktioniert. Das hat mich ein Stück weit für die Gastronomie sensibilisiert, mehr Verständnis zu haben, wenn das Essen mal nicht so schnell ist, wie man es vielleicht gerne hätte. Und man schaut viel bewusster auf die Abläufe in der Küche oder in gastronomischen Betrieben. Man bekommt viel mit und versucht natürlich auch von anderen zu lernen, zu sehen, was sie besser machen und was man für sich übernehmen kann. Gepaart mit meiner Neugier und dem beruflichen Interesse saugt man da einfach wahnsinnig viel auf. Ich merke, wie ich viel wachsamer durch andere Konzepte gehe.

Wenn du in Bezug auf Gastronomie eine Sache auf der Welt ändern könntest, was wäre das?

Müll ist ein großes Thema, insbesondere auch im Zusammenhang mit Systemgastronomie. Für B.GOOD haben wir entschieden, ausschließlich recycelbares Verpackungsmaterial zu verwenden. Das schließt den Kreis bei so einem Konzept: B.GOOD – nicht nur nach außen so scheinen, sondern es auch wirklich leben. Das sollte zum Standard werden.

Alex, vielen Dank für das Interview!

Wenn ihr euch selbst überzeugen wollt, findet ihr alle Infos zu B.GOOD hier!

 

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